Veränderung beginnt immer bei uns Selbst
Bodo Janssen
Ich hatte immer die Vision es anders zu machen. Führung anders zu denken. Anders umzusetzen und die Menschen, die Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu setzen. Ihnen den Weg zu ebnen, gut arbeiten zu können. Frei zu arbeiten und auch auf eine Art selbstbestimmt arbeiten zu können. Tief beeinflusst vom Film „Die Stille Revolution“ sowie den Büchern von Lars Vollmer und Anja Förster hatte ich versucht dies umzusetzen.
Mit all den Dingen, welche ich in meinen Ausbildungen zum Ayurveda, dem Yoga und der buddhistischen Philosophie gelernt hatte. Zu verstehen, was die Menschen benötigen. Auf sie zugehen zu können und ihnen den Weg zu zeigen. Als Führungskraft voran zu gehen. Oder eher, wie bei einem Wolfsrudel, hinten an zu gehen und über all die Schwierigkeiten, Probleme und Hindernisse zu wachen. Diese dann möglichst aus dem Weg zu räumen oder diese zu umgehen.
Doch je weiter wir die Gesellschaft entwickelten, je öfter traten Probleme auf. Mitarbeiter, welche nur den bequemen Weg einschlugen. Zwar gute Ideen hatten, jedoch immer zur Umsetzung Andere brauchten und selbst nicht zur Umsetzung fähig waren. Mitarbeiter, welche auf Grund ihrer eigenen Egozentrik und narzisstischen Zügen, das Team demontierten, inkl. Kollateralschaden. Mitarbeiter, die durch den möglichen Freiraum sich selbst verloren haben und einen kompletten Neustart ihres Lebens vollzogen.
Je mehr wir in die Struktur des Stammhauses eingebunden werden, desto schwieriger wird es für mich meine Vision umzusetzen. Prozesse und Abläufe müssen bedient werden, welche hohe Ressourcen und Zeitaufwände benötigen. Regularien existieren, die für unser kleines Team schlichtweg nicht oder nur sehr schwer umsetzbar sind.
Alles Dinge, die mich immer wieder aus dem Gleichgewicht und auch vom Weg abbringen. Dinge die mich unglaublich viel Energie kosten, um diese Auszugleichen und nicht das Team zu beeinflussen. Manchmal fühle ich mich wie ein Prellbock, der versucht die einströmenden Anforderungen abzublocken. Täglich treffe ich unzählige Entscheidungen ohne jedwelche Unterstützung. Ich versuche dabei immer diese Entscheidungen stets aus meiner Erfahrung und meiner inneren Mitte zu tätigen.
Das kleine Team bringt eine unglaubliche Leistung an den Tag, ist hoch motiviert und liefert jeden Tag aufs Neue tolle Ergebnisse. Es entwickelt sich in seinem Umfeld und ich versuche genau dieses Umfeld mit aller Kraft die ich habe zu bewahren. Dies ist oft sehr anstrengend und energiezehrend, was mich oft an den Wochenenden zu Pausen und Regeneration zwingt.
Doch eines ist mit zu 100% klar. Ich werde den Weg weiter gehen, so wie ich meine Vision für mich bestimmt habe. Ich werde meine kleine „Stille Revolution“ für mich und das Team weiter verfolgen. Wenn ich in die Gesichter meiner Mitarbeiter und ihr tägliches Tun schaue, ist das für mich die grösste Motivation. Die Verbindung zu ihnen ist eines der wertvollsten Dinge, die ich je erfahren habe.